Ein laaaaannnnger Tag. Mit dem Mini zum Schloß Weitenburg

Wir schreiben den 26.04.2011 – Es ist 4:00 Uhr morgens und meine Großmutter feiert Ihren 90 Geburtstag.

Zu diesem Geburtstag ist ein Ausflug zur Weitenburg mit anschließemdem Kaffee und Kuchen bei Ihr geplant.

Die Weitenburg ist ein schönes Schloss aus dem Mittelalter welche am Neckartal in Baden Würtemberg liegt.

Auf der Terasse der Burg ( Schloß Weitenburg ) hat man einen herrlichen Blick auf das Neckartal und die darin befindlichen Golfanlagen und die Bahntrasse.

Unter http://www.schloss-weitenburg.de/
könnt Ihr euch selbst ein Bild von der noblen Atmosphäre machen.

Einen Besuch zur Weitenburg kann ich wärmstens empfehlen. Das vornehme Lokal, hat zwar seinen Preis,

der aber mit dem Service und der Küche komplett gerechtfertigt wird.

Nunja, dennoch ist es 4 Uhr morgens und ich muss aufstehen. Dass es ein langer Tag wird, war mir schon vor dem Osterwochenende bewusst und dass ich nicht mit zur Weitenburg kann leider auch. Denn ich musste in die Arbeit…  

Nachdem ich aufgestanden war, die Sachen gepackt und mich gerichtet hatte musste ich leider erstmal in die Arbeit. Denn hoher Besuch steht an. Vor kurzem hatte sich nämlich der Geschäfftsführer angemeldet und ich möchte meine Kolleginnen nicht im Stich lassen und etwas Präsenz zeigen.

Als ich mich vom Geschäfftsführer letztendlich um 10:15 Uhr verabschiedet hatte, stieg ich direkt in den Mini und fuhr erstmal zu einem KFZ-Ersatzteilhändler. Ich wusste, er hat sog.

Oldtimeröl

und für die lange Strecke sollte ich mir etwas einpacken. Also kaufte ich 2L

20W50

( Markenname gerade eben vergessen ) für 25 Euro und checkte ein letztes mal den Mini. Wasser i. O. Öl – jetzt definitiv i. O. Trinken dabei? Ja! Geschenk dabei? Ja! Ok losgehts.

Ab auf die Autobahn A9 Richtung Nürnberg und über die Eschenrieder Spange zur A8 Nach Stuttgart.

Fahrt April 2011 München Stuttgart

Mittlerweile war ich schon einige Kilometer gefahren, als ich während voller Fahrt von einem schwarzen VW Bus irritiert worden bin. Er bremste plötzlich und kurz später sah ich mich einem Stauende entgegen. Na Super.

In Bruchteilen von Sekunden wanderte mein Fuß auf die Bremse und merkte kurze Zeit später, dass den Bremsen wohl warm geworden sei. Leicht daran zu erkennen, dass die Bremswirkung auf einmal nachlies bzw. nichtmehr spürbar war ( Bei meinem Mini ist das so.. Ob das normal ist, lass ich mal im Raum stehen. ). Oh Oh, erstmal von der Bremse runter, den Schalter für die Warnblinkanlage suchen und nochmal bremsen versuchen.

Ha geht 🙂 – andernfalls hätte ich auf dem Standstreifen versuchen müssen zum Stehen zu kommen.

So stand ich dann erstmal und wartete…

… und wartete

… und wartete …

 

… und schaltete das Radio auf den nächstbesten Sender um, da ich mir Informationen aus dem Verkehrsfunk erhoffte.

Es verging etwas Zeit, bis das Radio eingestellt war, weil ich sonst nur über USB Musik höre.

… und nochmehr Zeit verging ehe dann der Verkehrsfunk die Nachricht mitteilte.

“ 6 km Stau bei Dasing wg. Unfall, rechter Fahrstreifen blockiert. “

Nochmal super. Also Motor aus und warten..

Lanngeee hab ich gewartet. Irgendwann ging es dann sehr zäh weiter. Stopp and Go, wie man so schön sagt.

Als sich der Stau schließlich auflöste, sah ich nichts von einer Unfallstelle. Nicht, dass ich gaffen wollte, aber ich wollte wissen, ob der Stau gerechtfertigt wird.

Naja, war wohl nix, also ging die Fahrt zu meiner Lieblingstankstelle bei Ulm weiter.

Dort hab ich getankt, kurz Pause gemacht und Öl kontrolliert. Alles passt soweit, also kann ich ja weiterfahren.

Ich fuhr wieder zurück Richtung Autobahn und wollte gerade die Auffahrt nehmen, als ich entfernt schon wieder viele stehende Fahrzeuge und Warnblinker gesehen habe. Nein, nicht schon wieder, dachte ich mir und machte die Auffahrt zur Ausfahrt, denn man kann da ne Schleife fahren. ( Blick auf die Karte oben. )

Ab jetzt solls über Landstraße gehen. Ok, den Weg hab ich noch nicht im Kopf, da muss ich noch lernen. Aber mein Handy kann auch Navi sein und das hab ich erstmal vorbereitet. Leider hatte ich vergessen, Autobahn auf „nicht benutzen“ zu stellen und das Navi wollte mich erstmal zurück zur A8 schicken. Also nochmal neu einstellen und die Fahrt kann weitergehen.

Durch eine echt schöne Landschaft bin ich bei dem Frühlingswetter gekommen, alles so frisch und grün. Mit kleinen Flüssen und Eisenbahntrassen, fast wie im

Bilderbuch

.

Auf der schwäbischen Alb blühte schon der Raps und es gab keine weiteren Vorkommnisse. Erst als es kurz vor Bad Urach wieder von der Alb runterging, meinte doch nach einer richtig scharfen Kurve, ein aufwärtsfahrender VW Fahrer, einen sich hochschleppenden LKW zu überholen. Eine Stelle die ich nie zum Überholen nutzen würde.

Die Situation hab ich schließlich richtig eingeschätzt und konnte rechtzeitig Bremsen. Es war zwar eng, aber Mini und ich leben noch.

 Kurze Ansprache und Bitte an Fahrer die auch gerne in solchen Situationen so einen Schwachsinn versuchen:

1. garnicht erst versuchen! Meine Bremsen gehen nicht wenn sie überhitzen! Wer weis ob nur meine so sind?!

2. runter Schalten, dann beschleunigt der Wagen evtl. schneller.

3. immernoch nicht versuchen! Am besten garnicht daran denken, es versuchen zu wollen! AUS !!! PFUI!!!

4. Den LKW Fahrer auf den Vorgang aufmerksam machen, dass er evtl auch mitdenken kann.

5. Wissen ob der Wagen überhaupt Bergauf gut zieht.

6. Das kann man auch testen ohne andere zu gefährden!

7. immernoch bleiben lassen – nix gut!

Manch einer mag bestimmt sagen, dass es bestimmt ein Jungspund war, der die Situation unterschätzt hat.

Ist aber nicht so, denn als ich stand hatte ich genug Zeit zu erkennen, dass der Fahrer mit seinem Kombi so um 50 Jahre alt gewesen sein muss…

Situation vorbei und Minuten später zitterten mir noch etwas die Knie, Glück, dass ich nicht mutiger um die scharfe Kurve bin. Ganz viel Glück! Da sag ich Danke, an meinen MPI, dass er mich beschützt hat und die Bremsen nicht überhitzten. Es hätte das Ende sein können.

Nach nun 4 STd. Fahrt kam ich endlich an und es verging nicht viel Zeit, dann gab es schon Kaffee und Kuchen. Super lecker. Schwarzwälderkirsch und Rhabarbarkuchen. 🙂

Abends um 19:30 Uhr ging es dann zurück. Diesmal im kleinen Konvoi. Mein Vater wollte mir Geleitschutz bieten, denn der „kleine Mini“ ist auf der „großen wilden Autobahn“ doch etwas verloren, denkt er zumindest.

Er fuhr mit seinem Audi ständig hinter mir. und wollte mir dadurch das Einfädeln auf andere Spuren oder in die Autobahn erleichtern.

Das war sein Gedanke und Ziel, fast Heldenhaft. Danke Dir dafür!

Er bedachte aber nicht, dass mein Vater einen nicht viel jüngeren Audi A4 Kombi mit Dieselmotor fährt.

Ich kann mich noch erinnern, als er mich das erste mal fragte wie viel PS so ein Mini hat, ob er auch gut wegkommt wenn er an diversen Einmündungen auf schnell befahrbare Straßen auffährt.

Etwas ungläubig hörte er meiner Antwort, dass 63 PS auf 650 KG Leergewicht reichen um gut wegzukommen.

Frech und aufmüpfig fuhr ich ihm schließlich auf den Autobahnauffahrten davon. Ein bischen Schadenfreude regte sich, als er mir beim nächsten Tankstopp ( bei meiner lieblings Routentanke ) den Hinweis gab, er hätte teilweise Probleme mir nach zu kommen und ich solle ihm nichts beweisen.

Prombt teilte ich ihm entschlossen mit, dass ich immer so fahre, weil es mir riesig Spass macht den Schwung des kleinen Briten auszunutzen und doch etwas „schneller“ zu fahren.

Davon war er natürlich nicht begeistert, aber er akzeptierte es mit dem Satz, dass er ab 145 km/h nicht mehr nachziehe und nicht schneller fahren würde.

Erst da verstehte ich die Aussage richtig, er war voller Sorge, dass ich mich aus Leichtsinn selbst überfordere und er nicht unmächtig zusehen wollte wie mir was passiert und sich später auch noch eine Teilschuld zuschiebt.

An dieser Stelle muss ich sagen, dass mein Vater recht hat mit dem Hinweis und ich werde nie so fahren, dass ich mich nur im Ansatz unsicher fühle. Nur wenn ich 100% davon überzeugt bin die Situation im Griff zu haben, mach ich das. Wenn irgendwas komisch, ungewohnt oder strange ist werde ich zurückhaltend und fahre langsamer.

Schließlich kam ich gegen 23 Uhr zu Hause an und war so müde, dass ich garnicht direkt einschlafen konnte.

Eigenartig ist das. Naja.

Sieht euch die Daten der Fahrt unten in der Grafik an.

Fahrt April 2011 Stuttgart München


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